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Pflege

Hochglanzpolierte, geschlossene, moderne Oberflächen

Schwarz poliert und Staub: Das Eine scheint das Andere magisch anzuziehen.

Die erste Sorge gilt somit der schön polierten Oberfläche. – Dabei ist es gar nicht so schwer:

  • Staub ohne Druck abnehmen. Swiffertücher, antistatisches Tuch oder Staubwedel entfernen ohne Spuren hartnäckigen Staub von der spiegelblanken Oberfläche.
  • Haben schokoladenverschmierte Kinderhände ihre Spuren hinterlassen, benutzen Sie einen weichen Polyesterlappen mit einer Mischung von Wasser und Cremeseife (etwa ein Spritzer Seife auf einen Liter Wasser).
    Diese Mischung lässt sich am besten mit einem Zerstäuber an die richtige Stelle bringen und dann mit wenig Druck reiben, bis alles wieder sauber und trocken ist.
    NICHT INS STIMMWIRBELFELD, AUF DIE SAITEN ODER IN DIE MECHANIK SPRÜHEN!

Im Laufe eines langen Klavierlebens werden trotz aller Vorsicht die Polierspuren nicht unsichtbar bleiben. Dann beginnt auch der Staub besser zu haften und die Oberfläche wirkt leicht rau. Mit unseren Spezialpolituren kann jetzt die Oberfläche wieder frisch versiegelt werden.


Schelllackoberflächen

Früher, als alles noch viel besser war, wurden die Klaviere nicht mit einem dicken Kunststoff zugekleistert.

Damals gab es noch den Beruf des Schwarzpolierers – ein Handwerk, welches heute nur noch wenige Klavierbauer und Restauratoren beherrschen. In mühseligen, stundenlangen Poliergängen wurde von Hand mittels eines Ballens klebriger Schelllack (Ausscheidungsprodukt der Schildlaus) auf die Oberfläche aufgetragen. Um die tiefschwarze Farbe zu erzielen, wird ein natürliches Farbkonzentrat namens Nigrosin beigemischt.
Nur mit den richtigen Lösungs- und Gleitmitteln kann der Schelllack auf die Flächen gebracht werden. Schelllack lässt sich mit Spiritus anlösen. Als Gleitmittel verwenden die Edelhandwerker Zweihorn-Polieröl.
Damit in den Spiegeln keine Schleier entstehen, braucht es sehr reinen Polierspiritus, der nicht vergällt sein darf. Ist genügend Schelllack auf der Fläche und dieser gleichmässig verteilt, entsteht ein Spiegel von einer unverwechselbaren Tiefe und Schönheit. Um diese Fläche etwas robust zu bekommen, muss das Polieröl wieder auspoliert werden und härtet aus. Sie wird dann widerstandsfähiger, wenn das Lösungsmittel ausgedunstet ist.

Die Herstellung einer Schelllackpolitur im traditionellen Verfahren nimmt ca. 200 Stunden in Anspruch und ist dementsprechend teuer. Heutige Verfahren zur Herstellung von Schelllackoberflächen sind meist Spritzpolierverfahren, die einen guten Effekt erzielen und je nach Instrument ca. CHF 5'000.- kosten.

Schelllackoberflächen brauchen eine besondere Pflege.

Sie dürfen nicht feucht abgerieben oder mit Möbelpolitur behandelt werden. Auch hier gilt: Staub druckfrei abnehmen und anschliessend Fettfinger behutsam trocken abreiben. Für die spezielle Reinigung der Oberfläche gibt es eine Poliermilch.
Nigrosin ist nicht lichtecht. Schelllackpolierte Flügel bleichen im Sonnenlicht aus und der Schelllack neigt dazu zu verbrennen, wenn er zu heiss wird.


Offenporige Oberflächen

Bei diesen Flächen ist die Holzmaserung zu sehen und die Oberfläche wirkt matt oder mattglänzend. Da hier der Lack die Poren des Furniers nicht verschliesst, muss auch hier mit Möbelpolituren und Feuchtigkeit sehr vorsichtig umgegangen werden. Am besten reinigen Sie diese Instrumente nur mit einem weichen Lappen.
Offenporige Flächen haben den Vorteil, dass Staub nicht so direkt zu sehen ist.

Sonstiges

Weitere Pflegemittel sollten nur durch einen erfahrenen Klavierbauer angewendet werden. Hier kann es sich um Insektenmittel zum Schutz gegen Motten handeln oder eventuell muss auch einmal ein Holzwurm vertrieben werden.

Ausserdem gibt es Pflegemittel für die Mechanikleder oder Klaviaturstifte der Tastatur.