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Wissenswertes über Klaviere und Flügel

In den folgenden Rubriken finden Sie wertvolle Informationen über Reparaturen und Revisionen von Klavieren und Flügeln, sowie hilfreiche Tipps zur Selbsthilfe bei kleinen Zwischenfällen mit Ihrem wertvollen Instrument.

Zwischenfälle

Wer kennt es nicht? - ein Bleistift fällt in den Innenraum des Flügels und klappert oder blockiert die Tasten.

Damit Sie nicht für jede Kleinigkeit einen Klavierbauer hinzuziehen müssen, sollten Sie wissen, wie Sie Ihren Flügel öffnen und eine Büroklammer, einen Radiergummi oder einen Bleistift aus der Mechanik bergen können.

Hierzu muss zunächst die Tastenklappe entfernt werden: Öffnen Sie die Klappe, halten Sie sie an den äusseren Enden und ziehen Sie die Klappe vorsichtig nach oben weg. (Ausnahme: Steinway & Sons verwendet einen speziellen Klappenmechanismus: Hier müssen Sie die Backenschrauben entfernen, die Frontleiste lockern und vorsichtig die Klappe mit Backen und Frontleiste nach oben und vorn wegnehmen. Beachten Sie dabei, dass alle Teile nur locker miteinander verbunden sind und bei ruckartigen, unvorsichtigen Bewegungen auseinanderfallen.).

Jetzt haben Sie das Spielwerk vor sich. Meist ist der „Übeltäter“ rasch gefunden und die Klappe kann wieder eingesetzt werden.

In wenigen Fällen hat sich ein Gegenstand tiefer versteckt und die Mechanik muss nach vorne gezogen werden. Bei den meisten Flügeln muss jetzt noch die Backenverschraubung gelöst, die Backen entnommen und die Frontleiste entfernt werden (beim Steinway haben Sie dies bereits hinter sich). Sind alle Teile entfernt, kontrollieren Sie, ob alle Hämmer in ihrer Ruheposition sind. Dann können Sie die Mechanik vorsichtig nach vorne ziehen. Hierbei wird die Mechanik aussen an den beiden Verschiebungsstiften gehalten oder am Klaviaturrahmen.

ACHTUNG: Die Mechanik darf nur nach vorn gezogen werden, wenn keine Taste gedrückt wird (bei Flügeln mit Silenteinbauten muss zudem die Kabelverbindung zum System gelöst und die Stoppleiste muss ausgeschaltet sein (normaler akustischer Betrieb des Flügels). Diesen Vorgang bewerkstelligt man am besten zu zweit. Einer kann die Mechanik nach vorn ziehen und halten und die zweite Person entfernt den Fremdkörper.

Kleinrevision

Sie benutzen Ihr Instrument regelmässig und intensiv?
Durch das sich wiederholende Anschlagen der Hämmer kerben sich die Saiten in die weiche Oberfläche des Hammerkopffilzes ein. Werden die Kerben zu tief, verliert Ihr Instrument seinen schönen Klang und die Spielart verliert an Präzision. Bei einer Kleinrevision (Instrument bleibt bei Ihnen, das Spielwerk wird in die Werkstatt genommen) überarbeiten wir die bestehenden Hammerköpfe – intonieren wenn nötig vor, schleifen die Köpfe ab und formen sie neu, kontrollieren alle Mechanikteile und bearbeiten gleichzeitig die Tasten. Bei einer Kleinrevision wird die Mechanik komplett neu einreguliert und aufeinander abgestimmt, der Klang überarbeitet und das Instrument frisch gestimmt.
Es ist ein Genuss, auf dem frisch überholten Instrument zu spielen!

Generalrevision

Zwischen Klein- und Generalrevision liegen noch viele Stufen. Bei den aufwändigsten Reparaturen werden Resonanzböden repariert, abgezogen und neu lackiert, neue Saiten aufgezogen, Dämpfer ersetzt und Hämmer ausgewechselt. In einigen Fällen müssen noch Mechanikteile ersetzt werden, die Klaviatur mit neuen Belägen versehen und die Oberfläche des Instruments wieder auf Vordermann gebracht werden.

Gerne begutachten unsere Profis Ihr Klavier oder Ihren Flügel und beraten Sie über die beste Möglichkeit, Ihr Instrument auf Vordermann zu bringen!